Der Heilige Antonius Abbas

Der hl. Antonius Abbas, auch der Große genannt, wurde um 251 in Ägypten geboren. Er stammte aus wohlhabenden Hause, aber durch ein Schriftwort im Gottesdienst angerührt, verkaufte er all seine Habe und zog sich in die Wüste zurück, um ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen. Der Ruhm seiner Heiligkeit verbreitete sich sehr bald, so dass sich eine große Schar von Schülern um ihn sammelte, die er durch Auslegung der Schrift und durch Weisungen auf den rechten christlichen Weg führen wollte. So wurde er einer der wichtigsten Gestalten im frühen Mönchtum, zum "Vater der Mönche". Durch den hl. Athanasius, der sein erster Biograph war, wissen wir von seinem Leben, aber auch von seinen Anfechtungen und Heimsuchungen, die später viele Maler zu Darstellungen angeregt haben wie z.B. Matthias Grünewald (Isenheimer Altar), Bosch, Breughel und viele andere bis in die Neuzeit hinein.


Martin Schongauer: Peinigung des St. Antonius durch die Dämonen
(Staatliche Graphische Sammlung München).


    Antonius starb 356 und wurde an einem unbekannten Ort begraben.

    Um das Jahr 1070 gelangten die - der Legende nach wieder aufgefundenen - Gebeine des Heiligen über Konstantinopel nach Frankreich in einen kleinen Ort in der Dauphiné, der sich später Saint-Antoine nennen sollte (ca. 40 km nordwestlich von Grenoble). Hier ereignete sich bald darauf ein Wunder, als ein an Mutterkornvergiftung Erkrankter durch die Anrufung des hl. Antonius von seinem Leiden geheilt wurde. Durch dieses Ereignis stieg der hl. Antonius bald zum einzigen und wahren Thaumaturgen auf, der bei dieser Krankheit angerufen wurde. Durch die Antoniter und ihre Krankenpflege verbreitete sich sein Ruhm über ganz Europa, und durch sie bekam er auch seine Attribute: Das Tau-Kreuz und das Schwein mit einem Glöckchen im Ohr oder um den Hals. So wurde er unzählige Mal in der bildenden Kunst dargestellt. Seine allgemeine Beliebtheit zeigt sich an den, je nach Landschaft, volkstümlichen Benennungen wie: Swiene-Tüns, Sautoni, Ferkentönnes.

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